Freiwilligendienst in der Nähe Roms - "Arca Il Chicco" Blog dei volontari

29/05/2026 Fabiana Paoli

Ciao! Seit Anfang September 2025 arbeite ich in der Nähe Roms als Freiwillige in der Arca Il Chicco, einer Gemeinschaft für Menschen mit Schwerbehinderungen.

Die Entscheidung, einen Freiwilligendienst zu machen, traf ich sehr kurzfristig und spontan, weswegen die Anmeldefrist für einige Stellen, die mich interessierten, schon abgelaufen war. Hier aber hatte ich glücklicherweise noch einen Platz gefunden und bin so schließlich am 01.09. ins Flugzeug gestiegen, ohne wirklich zu wissen, was auf mich zukommen würde.
Glücklich, voller Vorfreude und hoch motiviert.  …waren dann aber doch nicht die Gefühle, die ich verspürte, auch wenn ich es nicht preisgeben möchte, schließlich hatte ich mich für diese Einsatzstelle beworben. Aber die Enttäuschung, nicht in mein Traumeinsatzland gehen zu können, war noch zu groß. „Egal. Vielleicht wird es hier in Italien ja ganz toll!” Die ersten Monate in Italien stellten mich wirklich auf die Probe. Nicht wegen der fremden Sprache oder der neuen Umgebung an sich (nach einem Umzug auf einen anderen Kontinent und einen 10-monatigen Schüleraustausch auf nochmal einen anderen, hatte ich schon Erfahrung mit neuen, fremden Situationen), sondern weil ich mich zu Tode langweilte. Ich, eine introvertierte Person, war zum einen sehr unvorbereitet auf ein Leben in Gemeinschaft ohne bestimmte Aufgaben, außer z.B. morgens das Frühstück vorzubereiten und abends die Küche zu putzen. Zum anderen konnte ich mich nicht daran zurückerinnern, je so viel Freizeit gehabt zu haben und wusste infolgedessen nicht, was ich mit ihr anfangen sollte.
Nach einer Weile, nachdem ich verstanden hatte, dass es an mir liegt, mit welchem Mindset und den darauffolgenden Emotionen ich an die Situation herangehe, fing es an, mir besser zu gehen. Zumal ich nun auch Freunde gefunden hatte und die Sprache besser verstehen konnte. Auch meine Freizeit verbringe ich nun einfallsreicher als zuvor und gehe in die Stadt, gehe joggen, lerne Italienisch, reise, etc.
Der Tagesablauf hier ist meistens sehr entspannt, morgens können wir helfen, die Bewohner aufzuwecken, bereiten das Frühstück vor und machen den Abwasch. Danach geht es in das Tageszentrum, wo sich alle im Gemeinschaftssaal treffen, bevor sich jeder seiner Gruppe zuordnet. Es gibt drei:
Nido Universo: (Hier arbeite ich.) In dieser Gruppe kümmern wir uns um Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind und viele Dinge nicht mehr selbstständig tun können. Die Aktivitäten hier sind vor allem auf Sinneswahrnehmung und Entspannung ausgerichtet. Wir machen zum Beispiel sensorische Übungen, gehen in den Snoezelraum und/oder spielen mit Klang- und Klangschalen, damit die Ragazzi zur Ruhe kommen und sich entspannen können. Manchmal machen wir auch gemeinsam Musik mit einer Musiklehrerin oder geben leichte Massagen auf einer Matte, die dafür im Raum ausgerollt wird.
Natura: Diese Gruppe ist an einem Projekt in Zusammenarbeit mit IKEA beteiligt, bei dem sie Pflanzen, die nicht mehr so gut aussehen, pflegen und wiederbeleben. Deswegen machen sie auch immer mal wieder kleine Ausflüge zu Ikea. Zurzeit bereiten sie auch ein lustiges Theaterstück vor.
Mulino: In dieser Gruppe wird viel gebastelt und mit Ton gearbeitet. Die entstandenen Werke werden anschließend verkauft, um Spenden zu sammeln.
Nachmittags, wenn alle wieder zurück in ihre Häuser gehen, ist weniger los. Deshalb achte ich immer darauf, mir so viele Morgenschichten wie möglich einzuplanen. (Wir können unseren Arbeitsplan selbst gestalten!) Aber die gelegentlichen Karaokesessions machen auch mir viel Spaß.
Mein Leben hier war und ist definitiv nicht das einfachste, aber ich bin dankbar für die Erfahrungen, für die Möglichkeit mich selbst besser kennenzulernen und für die tollen Menschen, die ich hier kennenlernen konnte.
Anna